Wappen

Geschichte der TS Salia

Die Geschichte der Turnerschaft Salia Jenensis beginnt im Jahre 1855. In der Universitätsstadt Jena wird am 1. Dezember 1855 im „Goldenen Greiff“ ein studentischer Bund mit dem Namen „Tapiria“ gegründet, anfangs als lockerer Zusammenschluss zur Freizeitgestaltung. Schon 1856 gibt es einen Zirkel und ab 1858 wird das heutige gemeinsame Band mit den Farben Rot-Gold-Blau eingeführt.

Tapiria Zirkel

Eine Kneipordnung wird eingeführt und formale Strukturen mit einem Präses an der Spitze und einem Sekretär an seiner Seite. Es werden Institute wie Kneipen, Biervergnügen aber auch wissenschaftliche Abende durchgeführt. Der Bund wird, der Entwicklung anderer studentischer Gruppierungen folgend, zunächst als „schwarze Verbindung“ strukturierter und knüpft erste Freundschaften zu anderen Korporationen in Jena und anderen Universitätsstädten.

Am 2.12.1865 erfolgt die Namensänderung von Tapiria in Salia. Der Name Tapiria passt nicht mehr zu der inzwischen straff geleiteten Verbindung. Salia betreibt in den folgenden Jahren die Vereinigung aller schwarzen satisfaktionsgebenden Verbindungen aller Universitäten zu einem gemeinsamen Kartellverband, der in den Folgejahren eine wechselvolle Zeit mit etlichen Änderungen der Namen und Mitglieder des Kartells durchläuft. (s.a. Geschichte der Verbindungen auf dieser Homepage).

1890 gründet Salia einen AHV, Altherrenverband, und beschließt 1895 Couleur aufzusetzen.

Band MützeSalia Zirkel

1896 tritt Salia unter dem Namen ATV Salia dem VC, Vertreter Convent, einem Kartellverband schlagender, sportlich orientierter Verbindungen bei. Einige Jahre später wird ein Hausbauverein gegründet, ein Grundstück erworben und 1908 das eigene, repräsentative Haus bezogen.

Salia Haus Jena

Um den Kontakt zwischen den Alten Herren und zur Aktivitas zu fördern wird seit 1905 die Vereinszeitschrift der „Tapir“ herausgegeben, inzwischen eine mehr als 100 Jahre anhaltende Erfolgsgeschichte.

Tapir

Fuxia 1912

Der erste Weltkrieg bringt erhebliche Einschränkungen des Universitäts- und Bundeslebens, so dienen 201 von den damals 295 Saliern als Soldaten, 40 Bundesbrüder fallen an den Fronten. Nach dem Kriege kommt das Studentenleben in Jena nur langsam wieder in Gang, unter aktiver Mitwirkung der Salia wird 1918 der ASTA der Universität gegründet.

In den 20er Jahren spielt die Salia eine führende Rolle in Jena und auf nationaler universitärer Ebene, unter anderen durch den Bau eines Stadion im thüringischen Bad Blankenburg, dem von Salia geförderten Zentrum für Sport- und Festveranstaltungen des VC. Am 30. 5. 1926 erhält Salia für seine Verdienste für den Sport die Thüringische Staatsmedaille.

Ab 1933 wird mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten das Verbindungswesen zunehmen stärker eingeschränkt. Nach zähen Auseinandersetzungen, z.T. gewalttägiger Art müssen sich die Korporationen trotz hinhaltenden Widerstands dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund anschließen, das Verbindungshaus wird enteignet. Salia „überlebt“ noch eine Weile als sog. Kameradschaft, in die auch die befreundete Jenenser Turnerschaft Borussia aufgenommen wird. Der Zweite Weltkrieg beendet dann jegliches Verbindungsleben.

1949 ergreift ein Altherrensohn in Göttingen die Initiative, mit einigen Kommilitonen eine Verbindung aufzumachen. Es gelingt ihnen, eine Anzahl Alter Herren zu finden und mit deren Unterstützung den „Salischen Kreis“ zu gründen. 1950 beschließt der AH-Convent den salischen Kreis als Akivitas Saliae anzuerkennen.

1950 dient zunächst eine Gartenlaube als Treffpunkt, später werden dann Räume der Burschenschaft Holzminda genutzt. Zur gleichen Zeit wird eine Zusammenarbeit mit der Altherrenschaft der Turnerschaft Askania eröffnet, - die Altherrenschaft der Salia besteht ab 1953 aus Saliern, Borussen und Askaniern. Die Verbindung nennt sich seitdem Salia Jenensis als Hinweis auf Gründungsort/-universität Jena.

Auf nationaler Ebene wird 1951 der CC, Coburger Convent, ein Zusammenschluss des ehemaligen VC (Turnerschaften) und DL (Landsmannschaften) gegründet, die Salia tritt diesem Verband bei. 1957 kauft die AH-Schaft unser neues Haus am Nikolausbergerweg

Haus am Nikoweg

Wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten, wie weit der Verband in die Interna des Bundes eingreifen kann, tritt Salia 1968 aus dem Coburger Convent aus. Vor allem für die Mensurthematik, - Salia und eine Reihe befreundeter Verbindungen strebten das fakultative Fechten aan, der CC bestand auf der Beibehaltung der Bestimmungsmensur – findet sich kein Kompromis.

1990, gleich nach der Wiedervereinigung, wird der Kontakt mit der Gründungsstadt/-universität Jena zunehmend aktiviert. Das Salia-Haus hat den Krieg nahezu unversehrt überstanden, es dient jetzt als Universitätsinstitut. Alle Bemühungen, das alte Haus wieder zu erlangen, scheitern 2002 an der unklaren Rechtslage zum Zeitpunkt der Enteignung. Jena wird seit der Wiedervereinigung regelmäßig für Festveranstaltungen besucht, von einer Rückkehr der Aktivitas nach Jena wurde nach intensiven, nicht für alle befriedigenden Diskussionen abgesehen, vor allem, weil der überwiegende Teil der AH-Schaft inzwischen in Göttingen aktiv geworden war.

1998 wird das Göttinger Salierhaus von Grund auf renoviert, es ist nicht erst seitdem das stolze, repräsentative Zuhause von Aktivitas und AH-Schaft.