Wappen

 

Göttingen – Eingeweihte sprechen es Chöttingen  aus – ist eine Stadt mit studentischem Ambiente, wie es sonst nur noch in Marburg, Tübingen und Freiburg existiert. Die über 20.000 Studierenden sind Teil des Stadtbilds, am Tage wie in der Nacht, im Zentrum und auf dem Wall. So erscheint Göttingen jedem Besucher als junge Stadt, dieser Eindruck muss aber angesichts der langen Siedlungsgeschichte korrigiert werden.

Die Stadt liegt in einem tektonischen Graben, an dessen Rändern früherer Vulkanismus und Schichtstufen eine differenzierte Landesnatur bilden und den Studierenden vielfältige Wander- und Freizeitbeschäftigungen bieten. Das Klima ist angenehm bei Jahresmittelemperaturen von 8,7°C und einer erfreulichen Sonnenscheindauer. Verkehrsräumlich ist Göttingen an eine Autobahn und eine Fernstrecke der Bundesbahn mit ICE-Halt angeschlossen. Als Oberzentrum weist es eine komplette Infrastruktur im Einzelhandel auf, wobei die Innenstadt trotz randstädtischer Einkaufszentren noch immer ein attraktiver und lebendiger Handelsraum ist.

Göttingen ist trotz alter Bürgerhäuser im gotischen Stil weitgehend eine durch den Klassizismus geprägte Stadt. Neoklassizistisch sind UB und Aula, und die beiden neuen Uni-Areale sind modern errichtet.

Was macht Göttingen zur Studentenstadt? Die Zahl der Studierenden allein ist es nicht, denn in anderen Städten, in denen weit mehr Studentinnen und Studenten eingeschrieben sind, prägen sie weit weniger das Stadtbild. Es ist auch nicht die überschaubare Größe, in denen Wege zumeist fußläufig zurückgelegt werden können, denn auch da gibt es Universitätsstädte gleicher Einwohnerzahl, in denen sich die Studierenden kaum einmal auf der Straße treffen. Vielmehr sind es die zahlreichen, in der Innenstadt gelegenen Kneipen, in denen munter diskutiert wird, und wenn die letzten schließen, öffnen schon wieder die ersten. Die Verbindungshäuser liegen mitten in der Stadt, und bunte Mützen sind an den Stiftungsfesten immer wieder im Weichbild anzutreffen. Und schließlich ist es der genius loci, in einem intellektuellen Klima, das – beginnend mit den Göttinger Sieben – immer wieder durch sehr fortschrittliche akademische Lehrer geprägt wurde. Zu nennen ist auch die Göttinger Erklärung der Göttinger 18 von 1957, in der sich u.a. Max Born, Otto Hahn, Werner Heisenberg und Max von Laue unter Federführung von Carl Friedrich von Weizsäcker gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen wendeten.

Die Universität ist voll ausgebaut und hat neben den klassischen Fakultäten inzwischen auch moderne Disziplinen. Daneben existieren auch eine Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, eine Private Fachhochschule, die Fachhochschule des Roten Kreuzes und eine Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, sowie Max-Planck-Institute, die Göttinger Akademie der Wissenschaften und andere Forschungsinstitute.

Göttingen bietet mit seiner dynamischen Wirtschaftsstruktur auch den direkten Einstieg ins Berufsleben. Wichtige Unternehmen gehören zu den Branchen Optik, Lasertechnik, Aluminiumverarbeitung, Logistik, Automobilzulieferer, Vakuumsysteme, Nahrungsmittel und Druckerzeugnisse. Wichtige Arbeitgeber sind auch die öffentlichen und privaten Dienstleister (u.a. drei Gerichte, Regionalverband, Eich- und Zollamt, THW und Schulen).